TESTBILD: Neun von zehn Olivenölen mit Mineralölen belastet

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Beim Olivenöl-Test der Zeitschrift Testbild gab es gleich mehrere Überraschungen. (Foto: Testbild)
Beim Olivenöl-Test der Zeitschrift Testbild gab es gleich mehrere Überraschungen. (Foto: Testbild)

Olivenöl gilt als besonders gesund: Das grünliche Öl enthält gut verdauliche Fettsäuren und Pflanzenstoffe, die vor Krebs und Herzinfarkt schützen. Die Auswahl an Olivenölen ist groß und laut Etikett sind fast alle „nativ extra“ – also Öle der ersten Güteklasse.

Doch welches Öl hält, was es verspricht? Um das herauszufinden, hat TESTBILD für die aktuelle Ausgabe 2/17 (EVT: 3.3.2017) zehn Olivenöle von fünf bis 20 Euro je Liter getestet. Darunter: die gängigen Marken Bertolli, Livio und Mazola und Discounterprodukte von Penny, Lidl und Aldi sowie das Bio-Produkt von Alnatura.

Das Ergebnis: Qualität hat ihren Preis.

Testsieger Alnatura und das Produkt des italienischen Weingutes Planeta landen in den Top drei, sind aber auch die teuersten Testkandidaten. „Beim Aromatest fallen die Olivenöle von Livio, Mazola und Penny komplett durch. Sie tragen die Bezeichnung ’nativ extra‘ zu Unrecht“, sagt TESTBILD-Autorin Annette Sabersky. „Besonders erschreckend: Das Labor fand heraus, dass neun von zehn Proben mit Mineralölen belastet sind.“

Mineralöle im Olivenöl

Mineralöle, sogenannte MOSH (Mineral Oil Saturated Hydrocarbons), gelangen über Schmier- und Trennmittel, die in der Ölmühle eingesetzt werden, ins Öl. MOSH reichern sich im Fettgewebe und in den Organen des Menschen an und schädigen sie. Bei einigen Olivenölen war die Belastung bis zu achtmal so hoch wie der Richtwert. Nur im teuersten Testkandidaten von Planeta wurden keine Mineralöle gefunden.

Wirklich nativ extra?

Der Test fand außerdem heraus: Nicht alle Olivenöle, die laut Etikett vorgeben, „nativ extra“ zu sein, sind es tatsächlich. Nach der Olivenöl-Verordnung muss ein Öl der Extraklasse frei von Aromafehlern sein: Diese entstehen, wenn alte oder überreife Früchte verwendet werden. Darauf überprüfte TESTBILD die Proben zweifach – im Labor und mit acht geschulten Verkostern vom Deutschen Olivenölpanel. Das Gesamtergebnis: Die mangelhaften Öle von Livio, Mazola und Penny fallen wegen Aromafehlern durch. Mit den Tropfen von Aldi Süd (Platz 4), Aldi Nord (Platz 5), Lidl (Platz 6) und Bertolli (Platz 7) lassen sich zwar keine kulinarischen Höchstleistungen vollbringen, aber sie haben auch keine Aroma-Macken. Preis-Leistungs-Sieger ist das Olivenöl von Edeka auf Platz zwei.

TESTBILD hat folgende Olivenöl-Hersteller getestet:

Alnatura, Bertolli, Cantinelle/Aldi Süd, Casa Morando/Aldi Nord, Edeka, Livio, Mazola, Penny, Primadonna/Lidl

Testverfahren

TESTBILD ließ die zehn Olivenöle von drei auf die Analyse von Lebensmitteln spezialisierten Laboren aufwendig untersuchen. Das Labor für Rückstandsanalytik Bremen überprüfte die Proben auf über 500 Pflanzenschutzmittel, auf polyzyklische aromatische Kohlenwasserstoffe und Weichmacher. Darüber hinaus untersuchte das Labor Galab die Proben auf heikle Mineralöle. Zudem wurde ein Aroma-Profil mit der sogenannten NIR-Analytik erstellt. Anschließend wurden alle Öle vom Deutschen Olivenölpanel (DOP) verkostet. Das DOP ist eines der wenigen von der EU anerkannten Olivenölpanels. Die Geschmackskontrolle als Ergänzung der Analyse ist wichtig, denn die menschliche Zunge schmeckt gründlicher als jedes Messgerät.

Den vollständigen Test lesen Sie in der aktuellen Ausgabe von TESTBILD, die ab 3. März 2017 für drei Euro im Handel erhältlich ist.

Über Markus Burgdorf 84 Artikel
Markus Burgdorf ist Journalist aus Leidenschaft - er betreibt zahlreiche Verbraucherblogs zu aktuellen Themen. Als Kommunikationsberater berät er Unternehmen und Organisationen national und international.

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